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Wie sicher ist sicher genug?

6. Planungsbeispiel - Ein Fest am See

Folgende Veranstaltung soll durchgeführt werden:

Eine Klassenlehrerin (Deutsch, Körperpflege) möchte zum Schuljahresabschluss mit ihrer Klasse ein Fest am Ufer eines Sees feiern. Dabei soll gegrillt werden. Man kann an der vorgesehenen Stelle auch gut schwimmen.

Es wird zunächst angenommen, dass mit dem Ziel eines harmonischen Ausklanges des Schuljahres innerhalb der Klassengemeinschaft eine hinreichende pädagogische Begründung für die Veranstaltung vorliegt.

Nun sind die Fragestellungen der Punkte 4.1 bis 4.4 durchzugehen, mögliche Erörterungspunkte können sein:

Materielle Bedingungen:

  • Ausstattung des Grillplatzes, Art des Grillgerätes,
  • Entfernung zur „Zivilisation“,
  • Speisen (Salate mit Majonäse?) und Getränke (Alkoholverbot?)
  • mögl. besondere Gefahren:

    • See (Tiefe, Wassertemperatur, mögl. Bootsverkehr, Art der Uferbefestigung, Umzäunung usw.)
    • Grill (Brandgefahr)

  • Notfallausstattung

Organisatorische Bedingungen:

  • Wann wird gegrillt (Tageszeit), wie lange?
  • Wie sind einzelne Abläufe geregelt z. B.

    • Art der Anfahrt (Auto erlaubt, gemeinsam oder individuell)?
    • Erlaubnis zum Grillen durch Behörde notwendig?
    • Anfang und Ende der Veranstaltung (gemeinsam oder individuell)?
    • Wird das Schwimmen erlaubt?

Personelle Bedingungen

  • Wer macht was (Grillen, Aufsicht, Transport)?
  • Qualifikation der Aufsicht (Rettungsschwimmer)?
  • Wer darf kommen, auch schulfremde Besucher?

Die verantwortliche Lehrkraft wird nun nach Literaturrecherche und eigenen Erwägungen zu notwendigen Maßnahmen kommen. Beispielsweise könnten folgende Punkte von besonderer Bedeutung sein:

  • Materiell:

    • Es soll ein fest installierter Kohle-Grill verwendet werden (Standfestigkeit). Es darf nur geprüfter Anzünder statt Benzin oder Spiritus verwendet werden.
    • Geeignetes Lösch- und Erste-Hilfe-Material ist notwendig. Aufgrund der Entfernung zum nächsten Telefon ist ein Handy nötig.
    • Aus Hygienegründen werden keine selbst gefertigten Speisen mit Salatcremes u. ä. verzehrt.

  • Organisatorisch:

    • Der Genuss von Alkohol wird untersagt.
    • Nur schwimmsichere Schülerinnen und Schüler dürfen baden.
    • Verhaltensregeln sind aufzustellen und den Schülern und Schülerinnen vorher bekannt zu machen.

  • Personell:

    • Mindestens eine Aufsichtsperson muss über besondere Rettungsfähigkeiten verfügen (Rettungsschwimmer und Ersthelfer).
    • Es dürfen keine schulfremden Jugendlichen teilnehmen.
    • Nur ausgewählte Schüler und Schülerinnen dürfen grillen.

Eine mögliche Schlussfolgerung könnte sein, das Grillen doch nicht am Wasser durchzuführen. Folgende Beweggründe können zu diesem Entschluss führen:

  • Es kann aus früheren Erfahrungen mit dieser Klasse nicht verhindert werden, dass trotz Verbot Alkohohl getrunken wird. Auch werden schwer verdauliche Speisen gegessen und es muss mit erheblicher Sonneneinstrahlung gerechnet werden. Daher ist trotz formellem Nachweis der Schwimmsicherheit (Freischwimmer) der Schüler diese zum Zeitpunkt der Veranstaltung nicht immer vollständig sicher-gestellt. Während der Veranstaltung zu beurteilen, welcher Schüler/in noch badetauglich ist, ist kaum möglich.
  • Bei dem See handelt es sich um ein Naturgewässer mit nicht genau bekannten Eigenschaften (Tiefe, Temperatur, Wasserqualität usw.) ohne öffentlichen Badebetrieb.

Es wird daher trotz der möglichen Teilnahme einer Sportlehrkraft (DLRG- Rettungsschwimmabzeichen) als Aufsicht zunächst nur auf das Baden verzichtet.

Abschließende Entscheidung:

Da aber bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Aufsichtspersonen, einer zum Baden einladenden Ufergestaltung sowie des geplanten Endes der Veranstaltung (23:00 Uhr = Dunkelheit!) nicht sicher ausgeschlossen werden kann, dass Schüler oder Schülerinnen trotzdem aus Übermut und unbemerkt ins Wasser gehen, wird der Veranstaltungsort verlegt.

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