Logo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernLogo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernArbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in Schulen und Studienseminaren

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Produktion und Produktionsverfahren

1. Sicherungsmaßnahmen bei Aufbauten

Zum Schutz vor Gefahren durch Aufbauten, Fahrzeuge, Einzelgeräte, verglaste Studio- oder Regieprovisorien ist für geeignete Absperrungen zu sorgen. Aufbauten müssen so abgespannt oder verankert werden, dass sie weder fortbewegt noch umgestürzt werden können.

2. Aufstellen von Geräten

Alle Gegenstände, Geräte oder Einrichtungen, die herabfallen oder umfallen können, müssen befestigt und gesichert werden. Befestigungen und die Sicherungen müssen unabhängig voneinander die volle Belastung aushalten.

Geräte und Stative auf Podesten oder hochgelegenen Arbeitsplätzen sind gegen Zusammenklappen, Wegrollen oder -rutschen zu sichern.

3. Beleuchtungsebenen

Beleuchtungsebenen sind alle über Produktionsflächen gelegenen Einrichtungen, die zur Aufnahme von Beleuchtungs-, Bild- oder Filmwiedergabegeräten benutzt werden. Nach konstruktiven Merkmalen wird unterschieden zwischen festen und fahrbaren Brücken, Galerien, Umgängen, Grid-, Schlitz-, Rillen-, Klappen- und Gitterrostdecken sowie den aus System-Bauelementen, z.B. Schienensystemen, errichteten oder speziell angefertigten Beleuchtungsträgern, die vorübergehend benötigt werden. Auf Beleuchtungsebenen ist der Aufenthalt nur im Rahmen dienstlicher Aufträge gestattet. Unbefugten Personen ist der Aufenthalt auf den Beleuchtungsebenen untersagt.

Ab- und Aufstiege, Notausgänge und -ausstiege auf Beleuchtungsebenen müssen freigehalten werden. Bei gleichzeitigen Arbeiten auf mehreren Ebenen, z.B. Beleuchtungs- und Studioebene, sind die darunterliegenden Bereiche abzusperren. Dies gilt nicht, wenn sichergestellt ist, dass von höhergelegenen Ebenen, z.B. Grid-Decken, keine Gegenstände herunterfallen können.

4. Kamera- und Beleuchtungsgerüste

Zum Aufbau von Kamera- und Beleuchtungsgerüsten (Arbeitsgerüste bis zu einer Höhe von 3 Metern) können im allgemeinen Falt- und Klappodeste (sogenannte Praktikabel), Zargen, Schrägen benutzt werden. Diese Arbeitsgerüste müssen eine Last von mindestens 250 kg/m2 aufnehmen können. Für andere Gerüste gilt DIN 4420 "Arbeits- und Schutzgerüste". Arbeitsgerüste nach DIN 4420 dürfen nur von Personen entworfen, errichtet, verändert und abgebaut werden, die die einschlägigen Fachkenntnisse besitzen und eine sorgfältige Ausführung gewährleisten.

5. Transport- und Montagehilfsmittel

Für Dekorationen und Requisiten müssen geeignete Transport- und Montagehilfsmittel in ausreichender Anzahl vorhanden sein.

6. Lagerung von Szenenbaumaterialien

Baumaterialien, die für den Szenenaufbau angeliefert werden, sind gegen Umfallen oder Abrutschen zu sichern und dürfen nicht in Verkehrs- und Rettungswegen abgestellt oder gelagert werden. Abgebaute Teile sind unverzüglich zu entnageln und sicher zu lagern.

7. Dekorarbeiten

Bei Dekorarbeiten in geschlossenen Räumen ist die UVV "Verarbeiten von Beschichtungsstoffen" (GUV 9.10) zu beachten, wenn Beschichtungsstoffe verarbeitet werden, die Gefahrstoffe enthalten, und wenn die Menge der verarbeiteten Beschichtungsstoffe in der Stunde mehr als 20 ml/m3 des Arbeitsraumes beträgt sowie mehr als 5 I Beschichtungsstoff je Arbeitsschicht verarbeitet werden.

Ist in Dekorationen die Verwendung einer brennbaren Substanz unumgänglich, z.B. bei der Herstellung künstlicher Spinnweben, muss eine Brandsicherheitswache beigestellt werden.

8. Transport auf geneigten Flächen

Werden Geräte z.B. Kamerakräne oder Dollies auf geneigten Flächen oder Schienen bewegt, sind vor Ort besondere Sicherheitsmaßnahmen festzulegen und durchzuführen. Dies gilt auch für das Rollen von schweren Kabeltrommeln und großen Mikrofongalgen über geneigte Flächen. In der Gleitrichtung (Fallinie) darf sich niemand aufhalten.

9. Standsicherheit von Stativen

Haben Stative nicht die ihrer Höhe und ihrer Last entsprechende Standsicherheit, sind sie gegen Umstürzen zu sichern.

Besondere Sicherungen können auch als Vorsorge gegen gefährdendes Verhalten von Zuschauern erforderlich sein.

Geeignete Sicherungen sind z.B. Befestigen der Stative mit Bühnenbohrern, Beschweren der Stativfüße mit Bühnengewichten, seitliche Drahtseilabspannungen zu standsicheren Bauteilen, Drahtseilsicherungen zu Brücken, Absperrung des Stativbereichs oder Sicherungsposten. Kabel zu Scheinwerfer oder Bildwerfern auf Stativen müssen in der Nähe des Stativfußes eine ausreichende Reservelänge haben.

10. Kabelverlegung

Kabel müssen so verlegt werden, dass Gefährdungen vermieden werden. Dies wird erreicht, wenn z.B.

  • Kabel, die senkrecht hochgeführt werden, mit Fangleinen sicher befestigt und gegen Knicken an scharfen Kanten in geeigneter Weise z.B. durch Unterlegen von Gummimatten, Schaumgummi oder Decken geschützt werden;
  • Kabel, mit denen Verkehrswege überspannt werden, in ausreichender Höhe geführt und mit Abspannseilen entlastet werden (bei einer Durchfahrtshöhe von weniger als 4,5 m ist die örtlich zuständige Behörde einzuschalten);
  • Kabel in ausreichendem Abstand von Heizungsrohren, Heißwasserleitungen und Heizkörpern verlegt werden;
  • Kabel durch stabile Kabelbrücken oder andere geeignete Abdeckungen geschützt werden;
  • auf mögliche Stolpergefahren durch auffällige Kennzeichnung hingewiesen wird;
  • an gefährlichen Stellen Sicherungsposten aufgestellt werden oder
  • Kabel im Publikumsbereich in einer Höhe von mindestens 2,50 m geführt werden.

Von Kabelführungen sind z.B. freizuhalten:

Rettungswege, Türen in Rettungswegen, Notausgänge oder -ausstiege, Abstiege von Beleuchtungsebenen, Feuerlöscher, Wand- und Unterflurhydranten, Feuermelder, Schalttafeln und Notschalter, Auslösevorrichtungen für Sicherheitsanlagen sowie Steuereinrichtungen für Klima- und Belüftungsanlagen.

Kabelarmaturen, die nur spritzwassergeschützt sind, dürfen im Freien nur dann verlegt werden, wenn durch deren Lage oder Abdeckung sichergestellt ist, dass am Kabel abfließendes Wasser nicht in die Armaturen gelangen kann.

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