Logo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernLogo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernArbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in Schulen und Studienseminaren

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Einrichtungen und Geräte

1. Aufbauten, Dekorationen, Requisiten

Aufbauten, Dekorationen, Kostüme, Requisiten und sonstige Einrichtungen und Gegenstände müssen so beschaffen sein und benutzt werden, dass Gefährdungen, Verletzungen und andere gesundheitliche Schädigungen ausgeschlossen sind.
Insbesondere ist zu beachten:

  • Aufbauten und Dekorationen müssen splitterfrei ausgeführt und die Kanten entgratet oder gebrochen sein.
  • Treppen müssen in Steigung und Auftrittsbreite dem Merkblatt "Treppen" GUV-I 561 (GUV 26.19) entsprechen. Abweichungen, die szenisch-dekorativen Zwecken dienen, müssen der DIN 15 920 Teil 11 "Bühnen und Studioaufbauten" entsprechen.
  • Statt Silikatglas (Fensterglas) ist splitterbindendes Glas oder durchsichtiger Kunststoff zu verwenden. Abweichungen hiervon müssen szenisch oder produktionstechnisch begründet sein und erfordern besondere Vorsicht.
  • Scharfe Kanten, Schneiden und Spitzen von Requisiten (z.B. von Messern, Hieb- und Stichwaffen) müssen stumpf gemacht sein. Sind aus zwingenden Gründen Messer, Hieb- oder Stichwaffen mit scharfen Schneiden und Spitzen erforderlich, müssen die beteiligten Personen eingehend unterwiesen und eingeübt werden.
  • Schußwaffen müssen – wenn sie nicht durch Attrappen ersetzt werden können – nach den Bestimmungen des Waffengesetzes für das Verschießen von Platzpatronen eingerichtet sein.

2. Maschinentechnische Einrichtungen

Durch die Bewegung von hand- oder kraftbetriebenen maschinellen bühnen- oder beleuchtungstechnischen Einrichtungen sowie Aufbauten und Dekorationen dürfen Personen nicht gefährdet werden. Zu den bühnentechnischen Einrichtungen zählen z.B. Drehscheiben, Bühnenwagen, Hubpodien, Versenkeinrichtungen, Zugstangen, Punktzüge, Flugwerke, Horizont- und Vorhangzugeinrichtungen. Maschinelle beleuchtungstechnische Einrichtungen sind z.B. Beleuchtungsbrücken, Beleuchtungsträger und alle Arten von Leuchtenhängern.

Die Forderung nach einem gefahrlosem Betrieb schließt ein:

  • Unter hand- oder kraftbetriebenen Hängevorrichtungen mit oder ohne angehängte Last dürfen sich keine Personen befinden, wenn die Vorrichtungen auf weniger als 2 m über der Standfläche abgesenkt werden können (Ausnahmen müssen szenisch bedingt sein).
  • Kann eine Bewegung von hand- oder kraftbetriebenen Teilen sowie deren Umgebung nicht während des ganzen Bewegungsvorgangs durch den Bedienenden beobachtet werden, muss ihm die Bewegung mit eindeutigen Zeichen signalisiert werden. Wird dazu eine Signalanlage benutzt, ist dafür zu sorgen, dass sie nur von einer Stelle aus bedient werden kann und gegen unbefugten Zugriff gesichert ist.
  • Feste und bewegliche Teile von Dekorationsstücken und Aufbauten müssen so aneinander vorbeigleiten können, dass keine Quetsch- oder Scherstellen entstehen.

3. Hebezeuge, Hängevorrichtungen, Tragmittel für Aufbauten

Für das Halten und Bewegen von Lasten über Personen dürfen nur Hängevorrichtungen und Tragmittel eingesetzt werden, die den Anforderungen des § 6 UVV "Bühnen und Studios" GUV-V C 1 entsprechen. Entsprechen die Hebezeuge, Hängevorrichtungen und Tragmittel nicht den Anforderungen dieser Unfallverhütungsvorschrift, so ist der Aufenthalt von Personen unter schwebenden Lasten verboten bis diese zusätzlich gesichert sind. Das Bewegen von Lasten über Personen ist nur zulässig,

  • wenn der Bedienende den gesamten Arbeitsweg ständig beobachtet und
  • die Last höher als 2 m über der Standfläche der Personen bewegt wird.

4. Lastaufnahmeeinrichtungen

Lastaufnahmeeinrichtungen im Produktionsbetrieb sind:

  • Tragmittel,
  • Lastaufnahmemittel,
  • Anschlagmittel und
  • Personenaufnahmemittel.

Tragmittel sind zu Hebezeugen sowie Hängevorrichtungen gehörende und mit diesen dauernd verbundene Einrichtungen, an denen Lastaufnahmemittel, Anschlagmittel oder Lasten befestigt werden. Tragmittel können z.B. Zugdrahtseile oder -stahlbänder in oder an Leuchtenhängern, Zugdrahtseile in hand- oder kraftbetriebenen Winden sein.
Tragmittel müssen so ausgelegt sein, dass sie höchstens mit einem Zwölftel der rechnerischen Bruchkraft beansprucht werden.

Zum Befestigen, Abhängen, Sichern z.B. von Dekorationen, Dekorationsteilen, Geräten an der Studiodecke bzw. an anderen tragenden Konstruktionen oder den Stahlkonstruktionen der Beleuchtungsebene sowie an Lastaufnahmemitteln von Hebezeugen dürfen nur Stahldrahtseile oder Rundstahlketten verwendet werden.

Die Ketten als Tragmittel dürfen höchstens mit dem 0,5fachen Wert der vom Hersteller angegebenen geschwindigkeitsabhängigen Tragfähigkeit beansprucht werden, keinesfalls jedoch mit mehr als mit einem Zwölftel der rechnerischen Bruchkraft.

Naturfaserseile aus Baumwolle oder Sisal sowie Ketten aus Kunststoff oder Leichtmetall dürfen nicht verwendet werden. Faserseile (Hanfseile, Chemiefaserseile) dürfen einzeln oder in Verbindung mit Seiltrieben (Rollenflaschenzüge) nur zum temporären Heben und Führen von Lasten verwendet werden (Montagehilfsmittel).

Lastaufnahmemittel sind z.B. Lasthaken (mit Hakensicherung), Schraubkarabinerhaken, Ösen, Kauschen, Schäkel, Hülsen, Stangen von Leuchtenhängern sowie Stangen von Dekorationszügen.

Anschlagmittel sind z.B. Stahldraht-, Natur- und Chemiefaserseile; Rundstahlketten (auch Haken- und Ringketten); Bänder aus Stahldraht-, Natur- oder Chemiefasergewebe.

Personenaufnahmemittel sind z.B. Flugkorsetts, dekorativ ausgebildete Gondeln in Verbindung mit Flugwerken oder anderen Hebezeugen, z.B. hand- oder kraftbetriebene Winden, Arbeitskörbe und Rettungshosen.

5. Fahrgeschwindigkeiten von technischen Einrichtungen

Bühnenwagen, Laufbänder, Drehscheiben, Hubpodien und Versenkeinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass gefahrloses Betreten, Agieren und Verlassen sowie eine gefahrlose Zuführung und Abnahme von Dekorationen möglich sind.
Zugänge zu Drehscheiben, Bühnenwagen und Laufbändern, die mehr als 20 cm über dem Boden liegen, müssen mit Treppen oder Rampen versehen sein.
Bühnenwagen, Laufbänder, Drehscheiben, Hubpodien und Versenkeinrichtungen dürfen höchstens mit folgenden Geschwindigkeiten bzw. Umfangsgeschwindigkeiten betrieben werden:

  • 1,2 m/s ohne Personen,
  • 1,0 m/s bei Drehscheiben mit Personen, jedoch ohne deren Zu- oder Abgang,
  • 0,7 m/s bei Bühnenwagen, Laufbändern, Hubpodien und Versenkeinrichtungen mit Personen, jedoch ohne deren Zu- oder Abgang,
  • 0,3 m/s für Bühnenwagen, Laufbänder und Drehscheiben mit Zu- oder Abgang von Personen während der Bewegung.

6. Betriebs- und Notendschalter

Bei elektrischen Antrieben von technischen Einrichtungen, die mit Betriebs- und Notendschaltern ausgerüstet sind, muss der Ausfall des Betriebsendschalters für den an der technischen Einrichtung Beschäftigten eindeutig erkennbar sein.

Notendschalter dürfen nicht als Betriebsendschalter benutzt werden. Fällt ein Betriebsendschalter während einer Produktion aus, darf nur bis zu deren Ende mit besonderer Sorgfalt auf Sicht oder nach Weisung eines Verantwortlichen weitergefahren werden.

7. Betreiben von Einrichtungen und Geräten

Produktionsgeräte und -anlagen dürfen nur von Sachkundigen oder entsprechend unterwiesenen Personen benutzt werden.
Betriebsanweisungen müssen eingehalten werden.
Bleiben Produktionsgeräte und -anlagen unbeaufsichtigt, sind sie gegen unbefugte Benutzung zu sichern.

8. Einsatz von Lasereinrichtungen

Beim Einsatz von Lasereinrichtungen müssen entsprechend der Laserklasse (Unterteilung in 5 Klassen) folgende Bestimmungen beachtet werden:

1. Für Laser-Effekte sind vornehmlich Laser der Klassen 1 und 2 zu verwenden.

Obwohl die von diesen Geräten emittierte Laserstrahlung weitgehend keine Gesundheitsschäden hervorruft, ist die Führung und Reflexion der Strahlen so zu gestalten, dass diese nicht in die Augenhöhe von Beschäftigten und Besuchern gelangen können.

2. Werden Laser höherer Klassen (3 und 4) eingesetzt, ist der Laserstrahl durch optische Einrichtungen so aufzuweiten, dass in den Bereichen, in denen sich Personen aufhalten, die Werte der Klasse 2 nicht überschritten werden.

3. Findet die Strahlaufweitung nach Nummer 2 keine Verwendung, sind die Strahlen von Lasern der Klassen 3 und 4 sowie durch Spiegel reflektierte Strahlen so zu führen, dass sie an allen Punkten des Raumes mindestens 2,5 m über dem Fußboden oder über den Ebenen, auf denen sich Personen aufhalten, verlaufen.

4. Kann die Forderung nach Nummer 3 an einzelnen Stellen des Raumes nicht eingehalten werden, ist der Laserstrahl durch feste Einrichtungen, z.B. Rohre aus durchsichtigem Material, so zu führen, dass Personen nicht in den Strahlenbereich gelangen können.

5. Spiegel und rotierende Spiegelkugeln sind fest und unverrückbar anzubringen, damit eine sichere Strahlführung gewährleistet ist. Können durch sonstige Oberflächen diffus reflektierte Strahlen in Augenhöhe von Personen gelangen, dürfen die maximal zulässigen Bestrahlungswerte der Klasse 2 nicht überschritten werden.

6. Laser der Klasse 3 B oder 4 dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn der Strahl so aufgeweitet ist, dass durch die Energie des direkten oder reflektierten Strahls an einem beliebigen Auftreffpunkt des Raumes auch bei Dauerbelastung keine höhere Temperatur als 80 °C erzeugt wird.

7. Laser müssen fest, unverrückbar und so eingebaut sein, dass sie nur Befugten zugänglich sind.

8. Laser der Klassen 3 und 4 müssen mit Einrichtungen ausgerüstet sein, die eine Unterbrechung des Strahlenaustritts jederzeit ermöglichen.

9. Ist der Laserstrahl konstant auf einen festen Punkt gerichtet und können Personen mit Hilfsmitteln in den Strahlengang gelangen, sind Einrichtungen, z.B. Fotozellen, vorzusehen, die bei Unterbrechung des Strahlenganges die Abschaltung nach Nummer 8 selbsttätig vornehmen.

10. Laser-Light-Shows dürfen nur durch einen Laserschutzbeauftragten durchgeführt werden. Er muss bei der Show das Lasergerät und den Strahlengang ständig überwachen und eine Abschaltung des Gerätes bzw. eine Unterbrechung des Strahlenganges nach Nummer 8 bei Störfällen am Gerät, unsicheren Betriebsbedingungen oder Unruhe im Publikum vornehmen. Hierzu sind entsprechende Not-Befehlseinrichtungen vorzusehen.

11. Der Unternehmer hat nach der UVV "Laserstrahlung" GUV-V B 2 (GUV 2.20) für den Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3 B oder 4 mindestens einen sachkundigen Laserschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen. Der Laserschutzbeauftragte hat für den sicheren Betrieb der Anlage und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu sorgen. Den Anweisungen des Laserschutzbeauftragten ist unbedingt Folge zu leisten.

12. Bei Produktionen mit angemieteten Lasereinrichtungen ist vom Verleiher schriftlich zu bestätigen, dass die Einrichtungen nach DIN VDE 0837 ausgeführt sind.

13. Der Verleiher hat einen Laserschutzbeauftragten beizustellen, der die erforderlichen Schutzmaßnahmen veranlassen und den sicheren Betrieb weisungsbefugt überwachen muss.

14. Vor der Aufnahme des Betriebes haben die für die Produktion verantwortliche Person und der Laserschutzbeauftragte die erforderlichen Schutzmaßnahmen schriftlich festzulegen.

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