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Brandschutzmaßnahmen

In Produktionsstätten müssen Vorkehrungen gegen das Entstehen und die Ausbreitung von Bränden getroffen werden.

Alle Teile, die der Standfestigkeit dienen, sowie Dekorationen müssen nach DIN 4102 mindestens schwer entflammbar sein; dies gilt nicht für Ausstattungsgegenstände (z.B. Möbel und Leuchten).

Werden Dekorationsteile verwendet, die nicht schwer entflammbar sind, muss während des Betriebes mindestens eine Person anwesend sein, die mit den Sicherheits- und Feuerschutzeinrichtungen vertraut und in der Lage ist, diese ordnungsgemäß zu bedienen.

Schwerentflammbarkeit kann durch Anstrich, Besprühen oder Tränken mit anerkannten Flammschutzmitteln erreicht werden.

Feuer, offenes Licht und Rauchen sind in Produktionsstätten verboten. Auf das Verbot ist an gut sichtbarer Stelle durch das Verbotszeichen „Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten” hinzuweisen. Das Zeichen muss der UVV „Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz” (GUV 0.7) entsprechen. Von diesem Verbot darf nur abgewichen werden, wenn dies aus szenischen Gründen unumgänglich ist und besondere Brandschutzmaßnahmen getroffen sind (z.B. Brandsicherheitswachen mit Feuerlöschern).

Zwischen wärmeabgebenden Geräten (Scheinwerfern, Bildwerfern) und Dekorationselementen, Vorhängen und Deckenbehängen muss der Sicherheitsabstand so gewählt werden, dass Strahlungswärme oder Wärmestau keinen Brand verursachen können.

1. Verwendung von Gasen

Bei der Verwendung von Flüssiggas (Propan, Butan) zu szenischen Zwecken (z.B. Kaminfeuer, Gaskocher) ist besondere Vorsicht geboten.

Flüssiggasanlagen dürfen nur von Sachkundigen errichtet, bedient und gewartet werden. Es ist darauf zu achten, dass

  • die Flüssiggasanlage nur über Erdgleiche betrieben wird (Ausnahme siehe Anhang I der „Richtlinien für die Verwendung von Flüssiggas” [GUV 19.9]),
  • an der Einsatzstelle nur eine Gasflasche mit bis zu 14 kg Inhalt aufgestellt wird (Ausnahme bis zu 8 Flaschen siehe „Richtlinien für die Verwendung von Flüssiggas” [GUV 19.9]),
  • die Gasflaschen mit regelbarem Gasdruckregler und Schlauchbruchsicherungen ausgerüstet sind (im Unterflurbereich mit Leckgassicherung),
  • die angeschlossenen Verbraucher für die Verwendung von Flüssiggasen zugelassen und mit HD-Schläuchen nach DIN 4815 angeschlossen sind,
  • Kaminöffnungen in Dekorationen ausgemauert sind oder eine feuerfeste Auskleidung mit mindestens 8 cm Abstand von der Holzblende haben,
  • Brenner auf einer unbrennbaren Unterlage aufgestellt sind und keine Brandgefahr durch erhitzte Unterlagen entstehen kann,
  • keine gefährliche Verdichtung von Abgasen entstehen kann sowie
  • der Betrieb der Flüssiggasanlage durch eine Brandsicherheitswache, die mit Handfeuerlöschern ausgerüstet ist, überwacht wird.

Die Verwendung von brennbaren Gasen in Luftballons ist in Produktionsstätten verboten.

2. Schweiß- und Schneidarbeiten

Schweiß- und Schneidarbeiten sowie Heißluftarbeiten, Lötarbeiten mit offener Flamme und Arbeiten mit Trennschleifern dürfen in Produktionsstätten nur unter der ständigen Aufsicht einer Brandsicherheitswache ausgeführt werden. Hohlräume im Bereich der Arbeitsstelle sind feuersicher abzudecken.

In unmittelbarer Nähe derartiger Arbeiten müssen, unabhängig von fest installierten Löscheinrichtungen, Handfeuerlöscher bereitgestellt werden.

Nach Abschluss der Arbeiten muss die Brandsicherheitswache die Arbeitsstelle mehrmals in zeitlichen Abständen kontrollieren.

3. Verbrennungsmotoren in Produktionsstätten

ln Produktionsstätten dürfen Verbrennungsmotoren nur kurzzeitig betrieben werden.
Müssen Verbrennungsmotoren aus besonderen szenischen Gründen länger betrieben werden, ist dies nur zulässig, wenn die Abgase unmittelbar ins Freie geleitet oder unschädlich gemacht werden. Außerdem sind Brandsicherheitswachen erforderlich, die mit Handfeuerlöschern zur Bekämpfung von Kraftstoffbränden ausgerüstet sind.

4. Pyrotechnische Gegenstände

Pyrotechnische Gegenstände der Klassen I, II und T1 dürfen nur gemäß der Gebrauchsanweisung, die auf den pyrotechnischen Gegenständen oder der Verpackung abgedruckt ist, verwendet werden.

Pyrotechnische Gegenstände der Klassen III und IV und der Unterklasse T2 dürfen nur Personen überlassen werden, die aufgrund einer Erlaubnis nach §§ 7 oder 27 des Sprengstoffgesetzes oder aufgrund eines Befähigungsscheins nach § 20 dieses Gesetzes zum Erwerb berechtigt sind oder mit diesen Gegenständen umgehen dürfen.

Klassifizierung pyrotechnischer Gegenstände:

  • Klasse I: Kleinstfeuerwerk,
  • Klasse II: Kleinfeuerwerk
  • Klasse III: Mittelfeuerwerk,
  • Klasse IV: Großfeuerwerk,
  • Klassen T1, T2: Pyrotechnische Gegenstände für technische Zwecke.

Gefährliche szenische Vorgänge sind ausreichend zu proben.

Effekte mit pyrotechnischen Gegenständen und deren Sätzen in Theatern und vergleichbaren Einrichtungen und Effekte mit explosionsgefährlichen Stoffen dürfen nur vorgeführt werden, wenn der Effekt vorher gemäß der beabsichtigten Verwendung erprobt worden ist. Für die Erprobung ist die Genehmigung der für den Brandschutz zuständigen Stelle, für die Vorführung in Anwesenheit von Mitwirkenden oder Besuchern auch die Genehmigung der für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständigen Stelle erforderlich. Die Genehmigungen können versagt oder mit Auflagen verbunden werden, soweit dies zum Schutz von Leben, Gesundheit und Sachgütern Mitwirkender oder Dritter erforderlich ist.

5. Verwendung von Chemikalien

Es ist untersagt, während Proben, Aufzeichnungen und Aufführungen in Produktionsstätten Chemikalien zu verwenden, die explosionsgefährlich, brandfördernd, leicht entzündlich, giftig, mindergiftig, ätzend oder reizend sind. Sofern Ausnahmen für experimentelle Vorträge notwendig sind, ist ein Sachkundiger zu Rate zu ziehen.

Gefährliche Experimente dürfen nur von Chemikern ausgeführt werden. Es sind Vorkehrungen für die Sicherheit der Beteiligten zu treffen, so z.B. durch Benutzung von Schutzanzügen, -handschuhen, -brillen, Atemschutzgeräten und eventuell zusätzlichen technischen Einrichtungen wie Abdeckungen, Schutzblenden etc.

Vor Beginn der Arbeiten sind alle Beteiligten auf mögliche Gefahren hinzuweisen.

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