Logo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernLogo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernArbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in Schulen und Studienseminaren

Logo des Niedersächsischen Kultusministeriums
Hauptnavigation
Schriftgröße:   A A A
Farbkontrast:   A A
Untermenü

Sport - Gefährdungen im Fachunterricht

Sportunfälle zählen zu den häufigsten ärztlich behandelten Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen an Schulen, Hochschulen und Kindertageseinrichtungen.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 2004 bei einem Versichertenbestand von 9,64 Mio. Schülern an allgemein bildenden Schulen 522.331 meldepflichtige Schulsportunfälle registriert. Damit entfielen in diesem Jahr auf 1.000 Schüler 54 Sportunfälle, d.h. 5,4% der Schüler sind während des regulären Sportunterrichts verletzt worden.
An Hauptschulen sind die mit Abstand höchsten Sportunfallraten zu beobachten. Allerdings ließe sich das tatsächliche schulformspezifische Sportunfallrisiko bei Vorliegen von Daten zu Art und Umfang des erteilten Sportunterrichtes noch exakter bestimmen.
Die Altersgruppe der über 14jährigen Jungen weist die höchste Sportunfallrate auf, wobei Jungen generell häufiger Verletzungen im Schulsport erleiden als Mädchen.
Hinsichtlich der räumlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen für das Unfallgeschehen im Schulsport ist festzustellen, dass sich zum Einen 82% der Schulsportunfälle in der Turnhalle/Sporthalle ereignen. Zum Anderen reflektiert die zeitliche Verteilung der Sportunfälle die Tatsache, dass der Sportunterricht im Wesentlichen in den Vormittagsstunden zwischen 9 und 12 Uhr stattfindet.

Hinsichtlich der sportartenspezifischen Verteilungen ist zunächst festzustellen, dass über die Hälfte der Schulsportunfälle auf die Ballsportarten entfällt (54%). Entsprechend der Häufigkeit der ausgeübten Disziplinen verteilen sich die Unfälle hauptsächlich auf die Ballsportarten Fußball, Basketball, Volleyball und Handball. Da Jungen häufiger Fußball und Mädchen mehr Volleyball spielen, fallen die Unfallverteilungen entsprechend aus.
Bei Basketball, Volleyball und Handball ist die Ballannahme die vorrangig unfallbelastete Phase. Beim Fußball stehen entsprechend dem anders gearteten Spielablauf Stürze sowie Kollisionen mit Mitspielern als Unfallschwerpunkte im Vordergrund.
Abgesehen vom Fußball sind die häufigsten Diagnosen bei Ballspielunfällen im Schulsport Hand-, insbesondere Fingerverletzungen. Meistens handelt es sich um Zerrungen und Verstauchungen sowie Prellungen. Beim Handballspiel sind Frakturen am häufigsten zu beobachten (15%). Beim Fußball überwiegen Sprunggelenksverletzungen, insbesondere Verstauchungen sowie Zerrungen der Bänder.

Beim Gerätturnen fallen Verletzungen bei Sportübungen an Bock und Pferd numerisch am stärksten ins Gewicht, gefolgt vom Kastenspringen. Bei Letzterem ereignen sich die meisten Fuß-und Sprunggelenksverletzungen, während bei Übungen an Bock und Pferd erwartungsgemäß Handverletzungen am häufigsten sind mit einem relativ hohen Anteil an Frakturen.

Fast die Hälfte aller Leichtathletikunfälle an allgemein bildenden Schulen entfällt auf die Disziplinen Laufen, wobei erwartungsgemäß Verstauchungen und Zerrungen des Knöchel-/Fußbereiches an erster Stelle stehen.

Der größte Teil der Wassersportunfälle ereignen sich beim Schwimmen, wobei die Kinder in einem Drittel der Fälle Kopfverletzungen erleiden. Ein Viertel sind Verletzungen des Knöchel-/Fußbereiches.

Wie zu erwarten, ereignen sich die meisten Wintersportunfälle beim Schlittschuhfahren und Skifahren. Typisch sind Kniegelenks-und Unterschenkelverletzungen. Der Anteil der Frakturen ist bei den Wintersportunfällen, wie nicht anders zu erwarten, der höchste im Vergleich zu den anderen Sportarten.

Quelle: Sportunfälle an allgemein bildenden Schulen
Ein empirischer Beitrag zur Unfall- und Verletzungsepidemiologie im Schulsport in Deutschland
Bundesverband der Unfallkassen, Fockensteinstraße 1, 81539 München
Mai 2006

zum Seitenanfang
zum Seitenanfang