Sport - Prüfpflichten

Allgemeine Hinweise

Sportstätten sind Einrichtungen, in denen oder auf denen Sport in verschiedenen Formen ausgeübt wird. Dazu zählen sowohl Sporthallen als auch Sportplätze, Leichtathletikanlagen und Kleinspielfelder ([?]DGUV Information 202-044).

Personen, die Sportstätten und Sportgeräte nutzen und für deren sicheren Betrieb verantwortlich sind, müssen über umfassende Kenntnisse verfügen, um sportliches Agieren sicher gestalten zu können. Personen, die mit der Überprüfung von Sportstätten und Sportgeräten betraut werden, müssen über tiefgreifende und fundierte Kenntnisse verfügen, um die Sicherheit und Unversehrtheit aller Beteiligten gewährleistenzu können. In den Abschnitten Sporthallen, Sportgeräte, Spielfelder und Außensportanlagen enthält sie Hinweise, auf welche Punkte dabei besonders zu achten ist.

Sportstätten und Sportgeräte sind vor der ersten Inbetriebnahme, in regelmäßigen Zeiträumen sowie nach Änderungen auf ihren sicheren Zustand, mindestens auf äußerlich erkennbare Schäden oder Mängel zu überprüfen; vgl. § 2 der [?]DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ ([?]DGUV Information 202-044, Sportstätten und Sportgeräte, Hinweise zur Sicherheit und Prüfung).

Umfassende und periodische Überprüfungen der Sportstätten und der Sportgeräte müssen durch befähigte Personen mindestens ein Mal im Jahr stattfinden. Befähigte Personen sind nach TRBS 1203 Personen, die über die norwendige Fachkenntnis verfügen. Basierend auf § 3 Absatz 6 Satz 6 [?]BetrSichV hat der Arbeitgeber (in diesem Fall die Fachfirma) zu ermitteln und festzulegen, welche Voraussetzungen die zur Prüfung befähigten Personen erfüllen müssen. Der Sachkostenträger soll demnach ausreichend qualifizierte Fachunternehmen oder andere geeignete Sachkundige mit diesen Prüfungen beauftragen. Es wird empfohlen, die Sachkunde nachweisen zu lassen. Für regelmäßig wiederkehrende Prüfungen soll ein Prüfbefund erstellt werden, der Folgendes enthält:

• Datum und Ort der Prüfung,
• Ergebnisse der Prüfung mit Angabe der festgestellten Mängel,
• Beurteilung, ob Bedenken gegen weitere Benutzung bestehen,
• Angaben über notwendige Nachprüfungen,
• Name, Anschrift und Unterschrift des Prüfers.

Bei den regelmäßig wiederkehrenden Prüfungen sollen die Erfahrungen aus den Sicht- bzw. Funktionsprüfungen berücksichtigt werden; daher empfiehlt sich eine gegenseitige Information der Beteiligten, z.B. über ein Informationsbuch oder Listen an einem festgelegten Ort. Somit sind immer alle Sportlehrer/-innen, Übungsleiter/-innen, Hausmeister/-innen, Handwerker/-innen, Fachunternehmen u.a. gelichermaßen und zeitnah informiert.

Sportlehrkräfte müssen vor Erteilung des Unterrichts Folgendes beachten und kontrollieren:

• Einrichtungen und Geräte vor ihrer Verwendung auf äußerlich erkennbare
   Mängel und Funktionstüchtigkeit überprüfen,
• Einrichtungen und Geräte bei akuter Gefahr der Benutzung entziehen,
• sportliche Bewegungsabläufe oder Übungen gegebenenfalls eingeschränken (Bewegungskönnen der Lerngruppe berücksichtigen),
• festgestellte bzw. verursachte Mängel der Schulleitung und dem Sachkostenträger oder seinen Beauftragten melden (Mängelmeldung).

Wer prüfen und instand setzen kann, zeigt z.B. folgende Übersicht

Prüfung/
Instandsetzung
Haus-
meister/-in
Sport-
lehrer/-in

Sachkundige(r) Handwer/-in*

Fach-
unternehmen
Sichtprüfung
Prüfung auf äußerlich erkennbare Mängel
  • durch Sportlehrer/-in vor jeder Benutzung
  • durch Hausmeister/-in bei Kontrollgängen
 
 
x
 
 
x
 
 
x
 
 
x
 
Funktionsprüfung
Prüfung auf sichere Funktionsfähigkeit
  • durch Sportlehrer/-in vor jeder Benutzung
 
 
 
 
 
x
 
 
x
 
 
x
 
Sachkundigenprüfung*
Umfassende und detaillierte Prüfung
  • durch Sachkundige,
    periodisch mindestens einmal jährlich mit Prüfbefund
 
 
 
 
 
 
 
 
x
 
 
x
 
Instandsetzung
Wiederherstellung des Sollzustandes
 
 
 
 
 
 
 
x
 
 
x
 

*Sachkundige müssen auf Grund ihrer fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichend Kenntnisse auf dem Gebiet der zu prüfenden Einrichtungsgegenstände bzw. Geräte haben und die einschlägigen Regeln der Sicherheitstechnik soweit kennen, dass sie den sicheren Zustand der zu prüfenden Einrichtungsgegenstände bzw. Geräte beurteilen können (weiterführende Informationen unter TRBS 1203 und Betriebssicherheitsverodnung - BetrSichV ).

Neben Fachfirmen und einschlägig vorgebildeten Handwerkern können unter bestimmten Voraussetzungen auch sachkundige Hausmeister zum Einsatz kommen.

Sachkundigen müssen die für die Prüfung erforderlichen Einrichtungen (Werkzeuge, Messgeräte, Prüflehren und dgl.) sowie die Unterlagen des Herstellers (technische Beschreibung, Bedienungs- und Wartungsanleitung, Einstellwerte) zur Verfügung stehen.