Logo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernLogo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernArbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in Schulen und Studienseminaren

Logo des Niedersächsischen Kultusministeriums
Hauptnavigation
Schriftgröße:   A A A
Farbkontrast:   A A
Untermenü

Werkzeugmaschinen

1. Grundsätzliche Anforderungen

Die in den mechanischen Werkstätten anzutreffenden Werkzeugmaschinen dienen in der Hauptsache der Bearbeitung und Herstellung von Werkstücken, die für Reparaturen benötigt werden. Da mit diesen Maschinen keine Serienfertigung größeren Umfangs ausgeführt wird, handelt es sich meistens um relativ einfache Maschinen. An deren häufig noch als Antrieb verwendeten Flach- und Keilriemen - sowie Zahn- und Kettentrieben entstehen Gefahrstellen. Nur vollständig gekapselte Einzelantriebe schließen die Gefahr gequetscht oder eingezogen zu werden, aus. Zahn- und Kettentriebe müssen daher verkleidet sein. Entsprechendes gilt für die Absicherung der Einzugstellen bei Keil-, Flach- oder Riemenantrieben.

Auf folgende weitere Gefahrstellen ist besonderes Augenmerk zu richten:

  • Ein- und Ausrückvorrichtungen müssen so gestaltet sein, dass ein unbeabsichtigtes Ingangsetzen nicht möglich ist. Zahlreiche Unfälle ereignen sich dadurch, dass ein Werkstück auf den Einrückhebel fällt oder dass die Bedienungsperson z. B. beim Messen des Werkstücks den Einrückhebel unbeabsichtigt betätigt und hierdurch die Maschine in Gang gesetzt wird.
  • Entsprechend den Bestimmungen der DIN VDE 0113 muss jede Einzelmaschine mit einer Einrichtung ausgerüstet sein, mit der sie allpolig vom elektrischen Netz getrennt werden kann (abschließbarer Hauptschalter oder Netzanschlussstecker).
  • Glatte Wellen und Wellenenden sind zu verkleiden. Die Gefahr die von sich drehenden Wellen ausgeht, wird immer wieder unterschätzt. Besonders leicht werden Haare oder weite Kleidungsstücke aufgewickelt.
  • Schwungräder Riemenscheiben und schnelllaufende Speichenräder sind zu verkleiden oder zu umzäunen. Speichenhandräder an Werkzeugmaschinen sollten durch Vollscheibenräder ohne Handkurbel ersetzt werden.

Am Beispiel einiger häufiger eingesetzter Werkzeugmaschinen soll nun aufgezeigt werden, mit welchen - manchmal sehr einfachen - Zusatzausrüstungen die Arbeitssicherheit beträchtlich erhöht werden kann.

CNC-gesteuerte Drehmaschine

2. Drehmaschinen

An Drehmaschinen, die in mechanischen Werkstätten oft eingesetzt werden, sind Gefahrstellen und Gefahrquellen im unmittelbaren Arbeitsbereich des Drehers anzutreffen, die durch geeignete Maßnahmen oder Einrichtungen gesichert werden müssen.

So muss eine Einrückhebelsicherung vorhanden sein; durch Verschleiß (z.B. lahm gewordene Sperrfeder, abgenutzte Sperrmasse) unwirksam gewordene Sicherungen müssen instand gesetzt werden.

Ein Späneschutz, z. B. bestehend aus einer Plexiglasscheibe mit Magnethalter oder einem klapp- oder schwenkbaren Schutzschirm, sollte bei der Bearbeitung spröder oder kurzspanender Werkstoffe verwendet werden. Mitunter reicht auch eine Schutzbrille aus, die zur persönlichen Grundausstattung eines Drehers gehört.

Umlaufende, aus dem hinteren Ende des Spindelstocks der Drehmaschine während des Bearbeitungsvorganges herausstehende Stangen oder Rohre sind auf ganzer Länge zu sichern.

Sicherheits-Futterschlüssel
Futterschlüssel Vierkant
Futterschlüssel federnde Sicherung

 

Nach dem Einspannen des Werkstücks in das Dreibackenfutter darf nicht vergessen werden, den Futterschlüssel abzuziehen. Eine Auswurffeder im Futterschlüssel verhindert, dass der Schlüssel versehentlich steckengelassen und beim Anlauf der Drehmaschine umhergeschleudert wird.

Zur Vermeidung von Handverletzungen beim Entfernen von Drehspänen müssen Handfeger und Spänehaken zur Verfügung stehen. Zum Entfernen von Fließspänen sollte ein Spänehaken mit Handschutz benutzt werden

3. Säulenbohrmaschinen

Die meisten Unfälle an diesen Maschinen sind darauf zurückzuführen, dass das Bedienungspersonal die Werkstücke während des Bohrens nicht gegen Herumschlagen sichert, sondern mit der Hand festzuhalten versucht; wenn der Bohrer sich dann festsetzt, sind Hand- und Armverletzungen die Folge.

An Bohrmaschinen sind folgende Unfallschwerpunkte (nach ihrer Häufigkeit geordnet) zu verzeichnen:

  • Herumschlagen des Werkstückes,
  • Erfasstwerden der Kleidung,
  • Augenverletzungen durch Bohrspäne,
  • Schnittwunden durch Berührung des laufenden Bohrers oder der Bohrspäne,
  • Fußverletzungen durch herabfallende Gegenstände.

Diese Unfälle lassen sich durch Beachtung einiger weniger Grundregeln vermeiden:

Bei allen Bohrarbeiten müssen die Werkstücke gegen Herumschlagen gesichert werden. Dieses wird z.B. durch Verwendung eines Maschinenschraubstockes erreicht, der auf dem Bohrtisch festgelegt sein muss. Es können auch Schraubzwingen oder spezielle Spannvorrichtungen verwendet werden.

Zur Beseitigung der Bohrspäne sind geeignete Hilfsmittel (z.B. Spänehaken mit Handschutz, Handfeger) zu benutzen.

Spannvorrichtungen für Bohrer stellen eine besondere Gefahrstelle dar und sind gefährlicher als glatte Bohrspindeln. Spannvorrichtungen mit hervorstehenden Schrauben oder Befestigungskeilen müssen daher durch glatt rundlaufende oder solche mit versenkten Spannschrauben ersetzt werden; anderenfalls können Kleider oder Haare erfasst und aufgewickelt werden.

Wegen der Gefahr des Erfasstwerdens ist es untersagt, bei Bohrarbeiten Handschuhe zu tragen. Es ist darauf zu achten, dass eng anliegende Kleidung - dieses betrifft besonders die Ärmel und die Ärmelbündchen - und bei längeren Haaren ein Haarnetz getragen wird.

Die Schutzbrille oder ein durchsichtiges Schutzschild verhindern Augenverletzungen durch Bohrspäne.

4. Schleifmaschinen

In nahezu jeder Werkstatt sind Schleifböcke anzutreffen, die zum Nachschleifen von Werkzeugen oder zum Entgraten einfacher Werkstücke verwendet werden. Häufig sind diese Maschinen mit einer Trocken- und einer Nassschliffscheibe ausgerüstet. Für diese Schleifmaschinen und Schleifkörper gilt die Unfallverhütungsvorschrift „Metallbearbeitung; Schleifkörper, Pließt- und Polierscheiben; Schleif- und Poliermaschinen“ (VBG 7n6).

4.1 Schleifscheiben

Von Schleifkörpern gehen Gefahren aus, wenn die Aufspannung nicht korrekt vorgenommen worden ist oder die höchstzulässige Drehzahl überschritten wird.

Schleifkörper können zwar sehr hohen Druckkräften standhalten, jedoch nur verhältnismäßig geringen Zugkräften. Auf Zug werden Schleifkörper durch die bei der Drehbewegung auftretenden Fliehkräfte beansprucht. Sind diese größer als die Bindungskräfte, zerplatzt der Schleifkörper.

Jede neue Schleifscheibe ist mit einem fest anhaftenden Aufklebezettel versehen, der folgende Angaben enthalten muss:

  • Hersteller,
  • Art der Bindung,
  • Abmessungen der Scheibe,
  • zulässige Umdrehungszahl des neuen Schleifkörpers.

Die höchstzulässigen Umfangsgeschwindigkeiten für künstlich gebundene Schleifkörper sind abhängig von der Art der Bindung, den Schleifkörperabmessungen und der Zustellung der Werkstücke, von Hand oder maschinell. Wenn Schleifkörper für eine Umfangsgeschwindigkeit von mehr als 35 m/s vorgesehen sind, müssen sie folgende zusätzliche Kennzeichnungen tragen: -

  • DSA-Zulassungsnummer;
  • Farbkennstreifen,
  • besondere Verwendungshinweise.

Die DSA-Zulassungsnummer wird vom Deutschen Schleifscheibenausschuss vergeben, und zwar nur nach erfolgter besonderer Sicherheitsprüfung. Für die Farbkennstreifen sind folgende Zuordnungen festgelegt:

  • blau bis max. 45 m/s Umfangsgeschwindigkeit
  • gelb bis max. 60 m/s Umfangsgeschwindigkeit
  • rot bis max. 80 m/s Umfangsgeschwindigkeit
  • grün bis max. 100 m/s Umfangsgeschwindigkeit
  • grün/blau bis max. 125 m/s Umfangsgeschwindigkeit

Durch die Kennzeichnung mit Farbstreifen sollen Verwechslungen vermieden werden. Besondere Verwendungshinweise geben z. B. an, dass die betreffende Scheibe nur für Trockenschliff geeignet ist. Beim Auswechseln von Schleifscheiben müssen die Sicherheitsvorschriften befolgt werden.

4.2 Schutzhauben und Werkstückauflagen

Auch wenn alle Sicherheitsregeln beachtet werden, ist nie auszuschließen, dass ein Schleifkörper zerplatzt. Deshalb müssen Schleifmaschinen mit nachstellbaren Schutzhauben aus zähem Werkstoff ausgerüstet sein. Bestimmte Wandstärken sind hierbei zu beachten.

Um die Schutzwirkung zu gewährleisten, darf der vordere Abstand der Haube zur Scheibe nicht mehr als 5 mm betragen; die Schutzhauben müssen deshalb von Zeit zu Zeit nachgestellt werden.

Werkstückauflagen sind ebenfalls entsprechend der Abnutzung des Schleifkörpers zu befestigen. Der Abstand zur Schleifscheibe darf nicht größer als 3 mm sein, damit dünne Werkstücke nicht in den Spalt eingezogen werden.

4.3 Augenschutz und Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz

Bei allen Schleifarbeiten muss wegen der Verletzungsgefahr der Augen eine Schutzbrille getragen werden.

Ein entsprechendes Hinweisschild, das das Tragen einer Schutzbrille für die Schleifarbeit vorschreibt, ist in der Nähe der Schleifmaschine anzubringen.

Über die Schleifstelle schwenkbare durchsichtige Schutzschilde sind bei kurzzeitigen Schleifarbeiten als gleichwertiger Schutz anzusehen und verhindern Funkenflug sowie das Wegschleudern von Schleifpartikeln in den Gesichtsbereich der Bedienungsperson.

5. Handhebelscheren

Handhebelscheren finden Verwendung beim Zuschnitt von Flacheisen, Rundstählen oder dünneren Blechstreifen. Sie müssen mit selbsttätig wirkenden Vorrichtungen ausgestattet sein, die den hochgestellten Handhebel in der Ruhestellung sicher festhalten. Ein Überwurfbügel oder eine Kette sind nicht erlaubt, da sie nicht selbsttätig wirken.

Die Vorrichtung muss auch so ausgebildet sein, dass ohne Zutun des Bedienungsmannes beim Hochschwenken des Hebels dieser von selbst festgehalten wird (z. B. Klemmspange oder Schnappverschluss, der vor erneuter Benutzung der Schere gelöst wird).

6. Kaltsägen

Für einfache Materialzuschnitte aus Halbzeugen werden sowohl Bügelhub- als auch Kreissägen verwendet. Der Bedienungsmann ist hier gefährdet, wenn er bei laufender Maschine Halbzeuge oder Werkstücke zu- bzw. abführt, die erforderlichen Einspannarbeiten ausführt, die Kühlmittelzufuhr einstellt oder Späne und andere Abfälle entfernt.

An Bügelhubsägen müssen deshalb die Quetschstellen im Bereich der Hubschwinge und je nach Antriebsart die Zahnräder vollständig verkleidet sein. An Kreissägemaschinen muss das Sägeblatt soweit verdeckt sein, dass nur der zum Schneiden benötigte Teil des Blattes frei bleibt. Bei einfacheren Kreissägemaschinen ohne Vorschubantrieb (sog. Kappsägen) sollten Blatt, Schutzhaube und Antriebseinheit so in der Ausgangsstellung gehalten sein, dass ein selbständiges Niedergehen des Blattes nicht möglich ist, sondern nur von Hand vorgenommen werden kann.

Bei beiden Maschinenarten muss das zu sägende Werkstück fest in einen Maschinenschraubstock eingespannt sein, damit es nicht herumschlagen oder sich lösen kann. Für die Beschickung von Sägemaschinen mit langen Halbzeugen sind ein Rollgang oder andere geeignete Unterstützungsmöglichkeiten (z.B. Böcke) von Vorteil.

Neuzeitliche Metall-Kreissäge
Neuzeitliche Metall-Kreissäge

 

Bei einer modernen Kreissäge sind die Gefahrenpunkte geringer. Sie laufen nicht an, wenn der Käfig nicht geschlossen ist, das Sägeblatt ist unfallsicher versenkt während des Auflegens und Entfernens von Material. Das Material wird zwar automatisch gespannt, die Spannvorrichtung muss aber manuell an das Werkstück herangeführt werden, da nur der eigentliche Klemmdruck automatisch erfolgt. Die Schnitthöhe muss über die Tastatur einprogrammiert werden, sonst sägt das Blatt zu weit in die Spannvorrichtung hinein. Somit muss vor ersten Bedienung der Säge eine Unterweisung durchgeführt werden.

zum Seitenanfang
zum Seitenanfang