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Maßnahmen: Vermeidung und Umgang mit Lärm

Allgemeine Hinweise zum Umgang mit Lärm finden sich auf diser Website unter: "Übergreifende Themen - Lärm".

Vorgaben für den Bereich des Arbeitsschutzes finden sich in der Lärm- und Vibrationsschutzverordnung.

Hiernach soll der maximale Lärmpegel in Werkstätten bezogen auf eine Arbeitsschicht von 8 Stunden den Grenzwert von 85 dB(A) nicht überschreiten. Lärmbelastungen über 85 dB (A) führen nachweislich zu Gesundheitsschäden.

Neue Lärmgrenzwerte zum 15. Febr. 2006 hier zum Download. Das hat folgende Auswirkungen: Ab 80 dB(A) muss der Arbeitgeber persönliche Schutzausrüstung (Gehörschutz) zur Verfügung stellen. Der Arbeitnehmer entscheidet, ob er diesen tragen will. Außerdem hat ab dieser Grenze ein Arbeitnehmer Anspruch auf eine Gehöruntersuchung. Ab 85 dB(A) (davon kann man im Maschinenraum i. d. Regel ausgehen) ist das Tragen des Gehörschutzes zwingend erforderlich.

Die folgende Tabelle verdeutlicht, welche Lärmeinwirkung einer 8-stündigen Belastung von 85 dB (A) entspricht:

Tabelle: Lärmbelastung 85 dB(A)

Lärmpegel 85 dB(A) 90dB(A) 95 dB(A) 100 dB(A) 105 dB(A)
Einwirkzeit 8 Std. 2,5 Std. 48 Min. 15 Min. 5 Min.

In Tischlereien ergibt sich hinsichtlich des Lärmanfalls ein differenziertes Bild: Da Standardmaschinen für Tischler erfahrungsgemäß unter Last Lärm oberhalb von 85 dB(A) entwickeln, schlägt die Holz-BG vor, Maschinenräume grundsätzlich als Lärmbereiche anzusehen und zu kennzeichnen. Deshalb gilt eindeutig:

  • im Maschinenraum ist grundsätzlich ein Gehörschutz in Form von Kopfhörer oder Ohrstöpseln zu nutzen.

In abgetrennten Bankräumen werden -selbst bei offenen Durchgängen- 80 dB(A) unterschritten, so dass i. d. Regel keine Maßnahmen erforderlich sind. Werden jedoch "laute" Handmaschinen oder andere Maschinen betrieben, Formfederfräse, Handkreissäge usw., muss bei Überschreiten der genannten Grenzen Gehörschutz getragen werden. Sinnvollerweise sollten Maschinen oder Maschinenkoffer mit einem Warnhinweis versehen werden. Es gilt also:

  • im Bankbereich sollte ein Gehörschutz immer bei der Nutzung von Handmaschinen und Maschinen, bei deren Betrieb die genannten Grenzen überschritten werden, getragen werden.

Im Furnierraum oder Oberflächenraum werden im Allgemeinen Grenzwerte nicht erreicht. Es kommt aber wesentlich auf individuelle räumliche Gegebenheiten, z. B. Verbindung zum Maschinenraum, Ausstattung mit Maschinen usw.. Deshalb sind im Zweifelsfalle Messungen hilfreich.

Grundsätzlich geht bei der Verminderung von Lärm: Organisation vor Technik vor Persönliche Schutzrüstung

Deshalb hier eine Reihe von Vorschlägen zur Lärmminderung:

Tabelle: Minderungsmöglichkeiten bei lärmbelasteten Maschinen:

Maschine Schalldruckpegel Minderungsmöglichkeiten
Abrichte 90 - 91 dB(A)
  • gezahnte Tischlippen
  • Spiralmesser
Tischfräse 84 - 92 dB(A)
  • BG-Test-Werkzeuge verwenden
Formatkreissäge 87 - 91 dB(A)
  • lärmarme Sägeblätter (ohne Pfeifton)
Hobelmaschine 80 - 90 dB(A)
  • absorbierende Auskleidung der oberen Haube
  • Kunststofflamellen an der Ein- und Ausschuböffnung
Tischbandsäge 84 - 85 dB(A)
  • keine besonderen Empfehlungen
Oberfräse
Handkreissäge
ca. 90 dB(A)
  • keine besonderen Empfehlungen
Pendelsäge
Auslegersäge
89 - 94 dB(A)
  • lärmarme Sägeblätter
  • obere und untere Schutzhaube schallabsorbierend auskleiden
Vertikale
Plattenaufteilsäge
77 - 88 dB(A)
  • ausgekleidete Sägeaggregate
  • lärmarme Sägeblätter
Horizontale
Plattenaufteilsäge
80 - 82 dB(A)
  • lärmarme Sägeblätter
Kantenschleifmaschine 82 - 84 dB(A)
  • keine besonderen Empfehlungen
Langband-
schleifmaschine
84 - 86 dB(A)
  • keine besonderen Empfehlungen
Breitband-
schleifmaschine
83 - 86 dB(A)
  • schallabsorbierende Auskleidung
CNC-Maschine 85 - 90 dB(A)
  • Vollkapselung
  • Teilkapselung
Kantenanleimmaschine 78 - 80 dB(A)
  • keine besonderen Empfehlungen
Vierseiter 85 - 90 dB(A)
  • Teilkapselung
Schlitz- und
Zapfenmaschine
84 - 86 dB(A)
  • lärmarme Sägeblätter
Furniersäge 88 - 89 dB(A)
  • lärmarme Sägeblätter
Tischoberfräse 92 - 95 dB(A)
  • scharfe Werkzeuge
Kettenfräse 88 - 90 dB(A)
  • keine besonderen Empfehlungen

Infoquelle: Holz-BG

Lärmbereiche sind unbedingt zu kennzeichnen. In Lärmbereichen ist das Tragen persönlicher Schallschutzmittel (Gehörschutzwatte, Gehörschutzstöpselund Gehörschutzkapseln) verpflichtend.

Schülerinnen und Schüler sollen vor Aufnahme einer Tätigkeit in Lärmbereichen eine Unterweisung über sicheres Arbeiten in Lärmbereichen erhalten (vgl. Holz-BG). Zum Nachweis dieser Unterweisung empfiehlt sich ein Formblatt.

Checkliste zum Thema Lärm im Menü unter Checklisten

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