Logo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernLogo zeigt ein stilisiertes Auge mit vier farbigen WimpernArbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in Schulen und Studienseminaren

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Gefährdungen durch Entschichtungsarbeiten

Das Entfernen alter Beschichtungen ist eine Grundvoraussetzung für die fachgerechte Ausführung der nachfolgenden Arbeiten. Diese Grundregel für Maler und Lackierer gilt natürlich auch in der Schule. Das Entschichten ist mühsam, anstrengend und zu dem oft noch gefährlich.

Das Entfernen alter Anstriche kann durch drei Techniken erfolgen:

  1. Mechanisches Entschichten
  2. Thermisches Entschichten
  3. Chemisches Entschichten.

Das mechanische Entschichten erfolgt in den Schulen überwiegend mit Schleifmitteln, die von Hand oder mit Maschinen geführt werden.

Hier gibt es z.B. Gefährdungen durch:

  • Den eingeatmeten Gesamtstaub. Er belastet mit seinen großen Teilchen den Hals-, Nasen- und Rachenraum sowie die Bronchien.
  • Die kleinsten Teilchen des eingeatmeten Gesamtstaubs. Sie sind lungengängig.
  • Die chemische Zusammensetzung des Scheifstaubs. Das ist besonders problematisch, wenn z.B. alte, schwermetallhaltige Korrosionsschutzanstriche zur Überholung mit Maschinen ohne Staubabsaugung geschliffen werden.
  • Schnellaufende Handmaschinen

Im Bild: Gehörschutz fehlt

Das Einatmen des entstehenden Schleifstaubs ist also mit allem Nachdruck zu vermeiden.

Hier gibt es z.B. Gefährdungen durch:

  • Eine defekte oder nicht vorhandene Staubabsaugung der Schleifmaschinen
  • Nichtbenutzung der Atemschutzmaske
  • Benutzen einer ungeeigneten Atemschutzmaske (wie abgebildet).

Thermische Entschichtung

Das Abbrennen erfolgt in den Schulen überwiegend mit einer Heißluftpistole.
Hier gibt es z.B. Gefährdungen durch:

  • Die beim Erwärmen der Beschichtungen entstehenden Stoffe. Hier ist ein Atemschutz notwendig, oder es sollte draußen gerarbeitet werden.
  • Verbrennungen, da hierbei die bis zu 600° heiße Luft nicht sichtbar ist und deshalb die Hitzewirkung unterschätzt wird.
  • Zu kurz gewählte Spachtel
  • Abrutschen des Spachtels bei falscher Arbeitsrichtung (vom Körper weg)
  • Heisse Werkstücke
  • Die Brandgefahr

Im Bild: Fehlender Atemschutz, fehlende Schutzhandschuhe, falsche Arbeitsrichtung

  • wenn sich nicht vollständig abgewickelte Leitungen von Kabeltrommeln in Folge starker Stromabnehmer erhitzen können.

Chemische Entschichtung

Währenddessen Laugen zur Entfernung von Alkydharzlacken immer unüblicher werden, stehen Abbeizmittel immer noch hoch im Kurs. Bis vor wenigen Jahren waren überwiegend Abbeizer mit dem Chlorkohlenwasserstoff Dichlormethan und einem Alkohol z.B. Methanol im Handel. Die ausserordentliche Gefährlichkeit der Chemikalie Dichlormethan ist immer mehr in das Bewustsein der Öffentlichkeit gelangt.

Dichlormethanhaltige Abbeizmittel dürfen gemäß der REACH-Verordnung seit Juni 2012 nicht mehr verwendet werden!

Im Bild: ungeeignete Handschuhe, offene Kleidung - Atemschutz würde hier nicht nützen!

Beim Arbeiten mit anderen organischen Abbeizern entstehen folgende Gefährdungen:

  • Brandgefahr (diese Abbeizer sind alle brennbar)
  • Erstickungsgefahr (Lösemitteldämpfe sind stets schwerer als Luft)
  • Fehlende Sicherung der Arbeitsumgebung
  • Mangelhafte pers. Schutzausrüstung
  • Falsche Entsorgungswege

Quellen:

Gefahrstoffe beim Bauen, Renovieren und Reinigen Bau BGn Abruf Nr. 613

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