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Gefährdungen bei Dachdeckung / Gerüste / Leitern

Arbeitsunfälle von Dachdeckern und Zimmerern rufen häufig schwere oder sogar tödliche Verletzungen hervor, da bei Absturzunfällen häufig der Kopf und/oder der Rumpf schwer verletzt werden.

Vielfach kommen auch Verletzungen der Sprunggelenke und Fuß- oder Handwurzelknochen vor, die häufig irreparable Schäden verursachen.

Das Bild zeigt Schüler beim Richten einer Holzkonstruktion
Das Bild zeigt Schüler, wie sie Dachziegel auf einer Dachlattung verlegen
Das Bild zeigt Schüler bei der Verlegung von Dachziegeln im Bereich einer Kehle.
Bas Bild zeigt ein errichtetes Fassadengerüst vor einem Fachwerkhaus
Das Bild zeigt die am Gerüst angebrachte Dokumentation eines Gerüstbauers zur Tragfähigkeit des Fassadengerüsts

Eine oft unterschätzte Gefahr stellt die Arbeit mit Trittleitern dar. Wie so oft ist auch beim Leiterabsturz die Absturzhöhe nicht so entscheidend für die schwere der Verletzung/en. Viele weitere Gefährdungen entstehen durch

  • zu langes Arbeiten von der Leiter aus
  • schadhafte oder ungesicherte Leitern
  • falsch gewählter Leitertyp

Das Arbeiten auf geneigten Dächern ist mit der Einnahme von Zwangshaltungen verbunden. Die Folge ist eine schnellere Ermüdung und eine höhere Belastung für das Muskel- und Skelettsystem. Zudem entstehen Gefährdungen durch

  • eine falsche Wahl der verwendeten Dachlatten (Bruchgefahr).
  • die Maschinen für den Zuschnitt des Materials
  • durch Lärmbelastungen
  • Stäube, wie z.B. Quarzstaub beim Zuschneiden von Dachsteinen

Bei den durchzuführenden Arbeiten von Fassadengerüsten aus, entstehen eine Vielzahl von Gefährdungen, wie z. B

  • das Einsinken der Gerüstfüße in den Boden und die daraus resultierende Instabilität des Gerüstes
  • die fehelnde Absturzsicherung
  • herabfallende Gegenstände
  • die fehlende Horizontalaussteifung
  • die mangelhafte Anleiterung
  • das herabspringen von den unteren Gerüstebenen
  • die verwendeten Gerüstmaterialien sind nicht geeignt bzw. nicht richtig zusammengefügt worden

Maßnahmen - Dachdeckung/ Gerüste/ Leitern

1. Arbeitsplatzeinrichtung

  • Je nach Tätigkeiten, Dachneigungen und Deckungsmaterialien sind die Arbeitsplätze auf dem Dach zu sichern.

  • Lose Teile müssen von Gerüstbelägen umgehend entfernt werden.

  • Für die Bearbeitung von Dachdeckungsmaterialien immer einen sicheren Standplatz einrichten.

2. Maschinen, Material

  • Möglichst Trennschleifmaschinen mit direkter Absaugung verwenden.

  • Drehzahl der Trennschleifmaschine mit Umdrehungszahl der Trennscheibe vergleichen. Sie darf nicht höher sein.

  • Zum Aufspannen nur zur Maschine gehörende Spannflansche verwenden und mit Spezialschlüssel aufspannen/wechseln.

  • Einen Probelauf durchführen.

  • Trennscheibe nicht zum Seitenschleifen verwenden.

  • Eine Schutzbrille und einen Gehörschutz verwenden.

  • Nur Maschinen mit Schutzhaube verwenden.
  • Qualität mind. Sortierklasse S10: Schnittholz mit üblicher Tragfähigkeit (früher GK II).

  • Je nach Sparrenabstand die Querschnitte der Dachlatten beachten.

  • Für das Arbeiten auf Dachlatten ist kein besonderer Arbeitsplatz erforderlich.

3. Arbeitsgerüste

Bockgerüste sind aufgrund ihrer Einfachheit oft verwendete Gerüste in der Schule. Der Abstand der Böcke und die Auswahl der Gerüstbohlen richten sich nach der Belastung. Der Aufsteller muss also in der Lage sein, die entsprechenden Vorschriften anzuwenden.

  1. Maurerarbeiten = Gerüstgruppe 5 bzw.6

  2. Gerüstbohlen vor Ort messen

  3. Bockabstände ausrichten

  4. Mind. Belagbreite auslegen

  • Den Gerüstzugang nur über Anlegeleitern.

  • Die Belastung und Aussteifung von Gerüstböcken nach Herstellerangabe.

  • Bei Gerüstböcken aus Stahl nur Original-Absteckdorne verwenden. Keine Nägel.

  • Die Gerüstböcke nur auf sicherer Unterlage aufstellen.

  • Die Belagstärke nach Gerüstgruppe und Bockabstand auswählen.

  • Der Belag darf nicht wippen oder ausweichen. Er darf nicht mehr als 0,30 m über das letzte Auflager hinausragen.

  • Eine Bohlenüberlappung von mind. 30 cm einhalten.

  • Bei Materiallagerung einen mindestens 20 cm freien Durchgang einhalten.

  • Die Gerüste mit Belaghöhen von mehr als 2,00 m nach Aufbau- und Verwendungsanleitung verstreben.

  • Seitenschutz aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett vorsehen, wenn der Gerüstbelag mehr als 2,00 m über dem Boden liegt.

4. Leitern
Mehr als ein Drittel aller Absturzunfälle in der Bauwirtschaft ereignen sich beim Umgang mit Leitern.


  • Keine schadhaften Leitern verwenden.

  • Leitern nicht reparieren sondern austauschen.

  • Keine deckenden Anstriche verwenden.

  • Den Anstellwinkelbereich von 65° - 75° einhalten.

  • Die Leiter mindestens 1 m über der Austrittsstelle herausragen lassen.

  • Die Leiter gegen Einsinken, Kippen und Wegrutschen sichern.

  • Nur Stehleitern verwenden, die fest angebrachte Spreizsicherungen haben.

  • Die Stehleiter nicht wie Anlegeleitern benutzen.

5. Arbeitsplatz Anlegeleitern

Anlegeleitern dürfen als Arbeitsplatz verwendet werden, wenn

  • der Standplatz auf der Leiter nicht höher als 7,00 m über der Aufstellfläche liegt.

  • bei einem Standplatz von mehr als 2,00 m Höhe nur Arbeiten geringen Umfanges ausgeführt werden.

  • das Gewicht des mitzuführenden Werkzeuges und Materials 10 kg nicht überschreitet.

  • keine Gegenstände mit einer Windangriffsfläche von mehr als 1,00 m2 mitgeführt werden.

  • keine Stoffe oder Geräte benutzt werden, von denen für die Versicherten zusätzliche Gefahren ausgehen.

  • Arbeiten ausgeführt werden, die keinen größeren Kraftaufwand erfordern, als den, der zum Kippen der Leiter ausreicht.

  • die Person mit beiden Füßen auf der Leiter steht.
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